09 May 2026, 22:31

Biennale Venedig 2025: Boykott-Debatte überschattet Kunstfestival In Moll

Plakat, das ein Klavierkonzert in Venedig, Italien, ankündigt, mit einer Illustration von Gebäuden, Wasser und einer Säule sowie Text.

Biennale Venedig 2025: Boykott-Debatte überschattet Kunstfestival In Moll

Die Biennale Venedig 2025 hat mit 100 Nationalpavillons und 111 Künstlern unter dem Motto In Moll ihre Tore geöffnet. Bis zum 22. November zeigt die Veranstaltung in der gesamten Stadt 31 Begleitausstellungen. Doch die Kontroverse um einen Boykottaufruf der internationalen Jury gegen Länder, deren Führungspersonen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt sind, überschattet das Festival.

Der Streit führte zum Rücktritt aller fünf Jurymitglieder und zwang die Organisatoren, die Verleihung der Goldenen Löwen zu verschieben. Stattdessen wurde ein öffentlichkeitsbasiertes Abstimmungssystem namens Besucherlöwen eingeführt.

Die internationale Jury der Biennale hatte zunächst erklärt, die Pavillons Israels und Russlands nicht zu bewerten. In ihrer Stellungnahme verwiesen die Juroren auf ethische Bedenken angesichts des Handelns der Regierungschefs beider Länder. Daraufhin betonten die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung ihre institutionelle Neutralität und lehnten den Boykott ab.

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Innerhalb weniger Tage traten sämtliche Jurymitglieder zurück, sodass das Festival ohne Fachgremium dastand. Die Organisatoren verschoben die Vergabe der Goldenen Löwen und führten stattdessen die Besucherlöwen ein, bei denen das Publikum über die beliebtesten Ausstellungen abstimmen kann.

Unter den teilnehmenden Nationen zeigt Israel im Arsenale die Installation Rose des Nichts. Russland, das in den Ausgaben 2022 und 2024 nicht vertreten war, kehrt mit Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel zurück. Portugals Beitrag, RedSkyFalls des Künstlers Alexandre Estrela, ist im Palazzo Fondaco Marcello zu sehen. Auch Brasilien und Osttimor sind vertreten und stehen für die lusophone Welt.

Estrela hat öffentlich die Teilnahme Russlands und Israels kritisiert. Er bekundete Solidarität mit unterdrückten Völkern und hinterfragte die Entscheidung der Biennale, beide Pavillons trotz der Kontroversen auszurichten.

Die Biennale 2025 läuft noch bis Ende November und präsentiert 111 künstlerische Projekte sowie 31 Begleitveranstaltungen. Da eine Fachjury fehlt, hängen die Auszeichnungen nun von den Stimmen des Publikums ab. Unterdessen bleiben die Debatten über politische Neutralität und künstlerische Ethik zentrale Themen dieses Festivals.

Quelle