Berliner Kulturstaatssekretärin tritt nach Förder-Skandal zurück – Evers übernimmt
Greta JockelBerliner Kulturstaatssekretärin tritt nach Förder-Skandal zurück – Evers übernimmt
Berliner Kulturstaatssekretärin Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag nach einem kritischen Prüfbericht von ihrem Amt zurück. Die parteilose Beamtin verließ ihren Posten angesichts von Vorwürfen zu fragwürdigen Förderentscheidungen. Inzwischen hat die regierende Koalition der Stadt ihren Nachfolger benannt.
Der Rücktritt erfolgte, nachdem der Berliner Rechnungshof unrechtmäßig bewilligte Zuschüsse für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus aufgedeckt hatte. Wedl-Wilson hatte seit ihrer Ernennung die Senatsverwaltung für Kultur geleitet.
Ursprünglich galt der CDU-Politiker Thomas Heilmann als Favorit für die Nachfolge. Doch die Bezirksvorsitzenden der Partei entschieden sich stattdessen für Stefan Evers, den aktuellen Finanzsenator. Evers wurde aufgrund seiner finanziellen Expertise und seines ausgeprägten kulturellen Interesses ausgewählt.
Berliner Bürgermeister Kai Wegner nahm an der Sitzung teil, in der die Entscheidung endgültig festgezurrt wurde. Evers wird nun bis zu den Landtagswahlen im September 2023 sowohl das Kultur- als auch das Finanzressort leiten. Er ist bereits in die Verhandlungen über den Finanzierungsvertrag der Hauptstadt eingebunden.
Evers übernimmt das Kulturressort, behält aber gleichzeitig seine Aufgaben im Finanzbereich. Diese Doppelfunktion wird er bis zu den anstehenden Wahlen ausüben. Die Umbesetzung folgt auf eine Phase der Kontroversen über Fehlverhalten bei der Mittelvergabe in der vorherigen Amtsführung.






