29 June 2026, 20:40

Berlin sucht Interimsspielort für Philharmonie – und diskutiert über Zietzschmanns Zukunft

Zu viel Hysterie!

Berlin sucht Interimsspielort für Philharmonie – und diskutiert über Zietzschmanns Zukunft

Berlin diskutiert über ein vorübergehendes Domizil für die Philharmonie während der Sanierung 2032 – und über die Zukunft von Intendantin Andrea Zietzschmann

In der deutschen Hauptstadt wird lebhaft darüber debattiert, wo die Berliner Philharmonie während der für 2032 geplanten Sanierung unterkommen soll. Gleichzeitig gibt es Gerüchte, dass der Vertrag von Philharmonie-Intendantin Andrea Zietzschmann nicht über 2028 hinaus verlängert wird. Unterdessen sorgen Kultureinrichtungen in ganz Deutschland mit mutigen Statements und finanziellen Updates für Schlagzeilen.

Bei der Suche nach einem Interimsstandort für die Philharmonie haben sich zwei Optionen herauskristallisiert: Die Berliner Behörden favorisieren das Internationale Congress Centrum (ICC), doch Zietzschmann zeigt sich skeptisch. Kollegen vom VAN Magazine schlagen stattdessen das ehemalige Flughafengebäude Tempelhof vor – allerdings könnten die Kosten dort auf über eine Milliarde Euro steigen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Tempelhof mit 66 Prozent Zustimmung klar führt.

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Doch nicht nur in Berlin gibt es Bewegungen im Kulturbetrieb. Steven Walter, der künstlerische Leiter des Bonner Beethovenfests, erklärte die Veranstaltung kurzerhand zur „No-Dick-Pic-Zone“ und sperrte Wiederholungstäter aus. Oliver Wille, Leiter der Hitzacker Sommerlichen Musiktage, forderte unterdessen mehr Ernsthaftigkeit in der Musikszene. In München erntete Tobias Kratzers Ring-Inszenierung große Anerkennung, insbesondere Die Walküre wurde von Kritiker Philipp von Studnitz gelobt.

Auch finanziell gibt es Neues: Die Sanierungskosten für die Salzburger Festspiele sind von 519 Millionen auf 635 Millionen Euro gestiegen. Markus Hinterhäuser, künstlerischer Leiter des Festivals, plant für Juli die Veröffentlichung eines neuen Schumann-Albums mit Matthias Goerne – ob sein eigenes Konzert bei den Festspielen stattfindet, bleibt jedoch ungewiss. Goerne selbst sagte kürzlich Auftritte in Israel ab und begründete dies mit Reisebeschränkungen.

Kultureinrichtungen setzen zudem auf Social Media, um jüngere Zielgruppen anzusprechen: Die Wiener Staatsoper, das Festspielhaus Baden-Baden und die Bayerische Staatsoper nutzten Instagram, um Besucher über das kulinarische Angebot bei Kulturveranstaltungen zu informieren. In Hamburg verteidigte Kultursenator Carsten Brosda die Äußerungen von Michel Friedman zur deutschen kulturellen Identität. Unterdessen sieht sich Dirigent John Eliot Gardiner Vorwürfen wegen unangemessenen Verhaltens beim Leipziger Bachfest ausgesetzt. Zudem plant der MDR, sein klassisches DAB+-Programm durch BR-Klassik zu ersetzen – ein Schritt, der von Musikdirektorin Annette Josef kritisiert wird.

Die Debatte um die Zukunft der Philharmonie geht weiter, mit Tempelhof und dem ICC als Favoriten. Ungewiss bleibt auch Zietzschmanns Position, während Kulturschaffende in ganz Deutschland über Verhalten, Finanzen und Publikumseinbindung diskutieren. Die in den kommenden Monaten getroffenen Entscheidungen werden die deutsche Klassiklandschaft nachhaltig prägen.

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