19 June 2026, 00:28

Bayreuther Festspiele entschuldigen sich nach Antisemitismus-Streit mit Michel Friedman

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuther Festspiele entschuldigen sich nach Antisemitismus-Streit mit Michel Friedman

Die Bayreuther Festspiele haben sich bei Michel Friedman nach einem öffentlichen Streit um eine Veranstaltung entschuldigt. Das Festival bestätigte, dass die geplante Veranstaltung wie ursprünglich vorgesehen stattfinden wird. Friedman hatte der Organisation vorgeworfen, sich ihrer historischen Aufarbeitung des Antisemitismus zu entziehen.

Die Kontroverse begann, als das Festival beschloss, eine Veranstaltung mit Friedman nicht weiterzuverfolgen. Christian Thielemann erklärte, dass Gespräche über die Veranstaltung zwar bereits vor über einem Jahr geführt worden seien, es jedoch nie eine verbindliche Zusage gegeben habe. Katharina Wagner nannte später Sicherheitsbedenken als Grund für die Absage.

Friedman war nicht in die Bemühungen des Festivals eingebunden, seine Geschichte aufzuarbeiten. Dazu gehören unter anderem die Auseinandersetzung mit Wagners Antisemitismus durch Produktionen wie Katharina Wagners Die Meistersinger oder Barrie Koskys Inszenierung, die die Oper in einen Nürnberger Prozessaal verlegte. Zudem ließ das Festival Gedenkstele errichten und veranstaltete Symposien, um seine Vergangenheit im Nationalsozialismus aufzuarbeiten.

Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko spielten eine bedeutende Rolle bei der musikalischen Ausrichtung des Festivals. Gleichzeitig geriet die Süddeutsche Zeitung wegen ihrer Berichterstattung über die Antisemitismus-Debatte in die Kritik.

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Trotz des Streits hält das Festival an seinem geplanten Programm fest. Es setzt sich weiterhin durch künstlerische und akademische Initiativen mit seiner komplexen Geschichte auseinander. Die Entschuldigung an Friedman markiert einen Schritt, um die jüngsten Spannungen zu entschärfen.

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