29 June 2026, 19:02

Bachmann-Preis 2024: Mutige Geschichten und scharfe Kritik an der Literaturszene

Gegen alles Frontal

Bachmann-Preis 2024: Mutige Geschichten und scharfe Kritik an der Literaturszene

Der Bachmann-Preis 2024: Mutige Erzählungen und scharfe Literaturkritik

In diesem Jahr prägten kühne Erzählweisen und pointierte Abrechnungen mit der Literaturszene den Bachmann-Preis. Der Wettbewerb, bei dem erstmals eine rein weibliche, siebenköpfige Jury die Texte bewertete, setzte sich mit Themen wie Prekarität, Identität und göttlicher Verantwortung auseinander. Mehrere Autor:innen hinterließen mit ihren innovativen Ansätzen und kraftvollen Botschaften einen bleibenden Eindruck.

Den ungewöhnlichen Ton für die Veranstaltung gab bereits Ingeborg Bachmanns Hörspiel Der gute Gott von Manhattan vor: Darin sitzt Gott der Allmächtige auf der Anklagebank, angeklagt von einem Richter. Doch nachdem Er die Wahrheit sagt, geht Er frei – die Vorwürfe bleiben ungelöst.

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Slata Roschals Lesung thematisierte zwar Prekarität, richtete den Fokus aber vor allem auf das Literaturbetriebssystem selbst. Ihre Geschichte durchzogen wiederkehrende Bilder von „Flecken“ und „blinden Flecken“ – eine subtile Anspielung auf Not und Ungerechtigkeit. Nach ihrem Vortrag verweigerte sie den Blickkontakt zur Jury und kritisierte offen, wie das System mit Schriftsteller:innen umgehe.

Den KELAG-Preis gewann Kinga Tóth für ihre Darstellung eines „Ostblock-Mädchens“. Ihr Text fing die alltäglichen Demütigungen und Kämpfe unter solchen Bedingungen ein. Ozan Zakariya Keskinkılıç hingegen erhielt den Deutschlandfunk-Preis für Vater ohne Sohn.

Die Jury lobte die Kreativität und die herausragenden Sätze vieler Einreichungen; nur wenige Texte wurden rundweg abgelehnt. Am Ende sicherte sich Schaette sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis als auch den Publikumspreis für Was wir tragen.

Der diesjährige Bachmann-Preis feierte vielfältige Stimmen und wagemutige Erzählungen. Preisträger:innen wie Schaette, Tóth und Keskinkılıç wurden für ihre mitreißenden Geschichten gewürdigt. Die Veranstaltung regte zudem Diskussionen darüber an, welche Rolle Literatur bei der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und existenziellen Fragen spielt.

Quelle