Antimuslimische Hasskriminalität erreicht 2025 traurigen Höchststand in Deutschland
Aurelia AumannAntimuslimische Hasskriminalität erreicht 2025 traurigen Höchststand in Deutschland
Antimuslimische Vorfälle in Deutschland stiegen 2025 stark an
Im Jahr 2025 nahmen antimuslimische Vorfälle in Deutschland deutlich zu: 4.096 Fälle wurden registriert – ein Anstieg um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Beleidigungen und verbale Angriffe machten den Großteil der Übergriffe aus, doch auch körperliche Gewalt und Sachbeschädigungen waren häufig.
Im Februar 2025 wurden in Berlin zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren angegriffen. Unbekannte Täter rissen ihnen die Kopftücher vom Kopf und griffen sie an. Der Vorfall unterstreicht die anhaltende Bedrohung, der muslimische Frauen ausgesetzt sind: Sie waren in 64,5 % der dokumentierten Fälle das Ziel von Angriffen.
Insgesamt gab es 2025 insgesamt 4.096 antimuslimische Vorfälle, darunter zwei Morde, 214 Körperverletzungen, 320 Fälle von Sachbeschädigung und fünf Brandanschläge. Beleidigungen und verbale Hetze machten 61,1 % der Fälle aus.
Diskriminierung beschränkte sich jedoch nicht auf die Straße. Eine Umfrage zeigte, dass 44 % der Muslime in Jobcentern mit Vorurteilen konfrontiert waren, während 55 % Diskriminierung in Ausländerbehörden erlebten. Dennoch erstatteten nur 4 % der Betroffenen offiziell Anzeige.
Auch in der öffentlichen Wahrnehmung spiegelte sich die weitverbreitete Vorurteilsstruktur wider: Jeder zweite Deutsche stimmte antimuslimischen Aussagen zu. Als Reaktion darauf hat die Organisation Claim einen nationalen Gedenktag am 1. Juli vorgeschlagen. Zudem fordert sie bessere Schutzmaßnahmen und Unterstützung für Opfer antimuslimischer Straftaten.
Der Anstieg der Vorfälle hat zu Forderungen nach konkreten Maßnahmen geführt. Ein geplanter nationaler Gedenktag soll das Bewusstsein für das Problem schärfen. Gleichzeitig deutet die geringe Anzeigebereitschaft darauf hin, dass viele Fälle unentdeckt bleiben – und die Betroffenen ohne Hilfe zurücklassen.
