30 March 2026, 16:41

Anna Netrebkos umkämpfte Rückkehr an die Berliner Staatsoper polarisiert Publikum

Eine Gruppe von Menschen auf einer beleuchteten Bühne im Royal Opera House in London, mit Zuschauern darunter.

Anna Netrebkos umkämpfte Rückkehr an die Berliner Staatsoper polarisiert Publikum

An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte eine mutige Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die von Rafael R. Villalobos inszenierte Produktion erntete sowohl begeisterten Applaus als auch vereinzelte Buhrufe aus dem Publikum. Vor dem Opernhaus versammelten sich derweil Demonstranten, um gegen Netrebkos Auftritt zu protestieren – ein Zeichen für die anhaltenden Spannungen wegen ihrer Verbindungen zu Russland.

Die Premiere spaltete die Zuschauer. Dirigent Enrique Mazzola führte Orchester und Ensemble zu starkem Beifall, während Netrebko für ihre Darstellung begeisterte Ovationen erhielt. Doch etwa 50 Protestierende schwenkten vor der Vorstellung ukrainische Fahnen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat".

Villalobos' Inszenierung griff Motive aus der queeren Ballroom-Kultur und der AIDS-Krise auf, was sowohl Bewunderung als auch Ablehnung hervorrief. Während der Verbeugungen gab es Pfiffe aus dem Publikum, andere honorierten die künstlerischen Entscheidungen mit Applaus.

Die Sopranistin, die sowohl die österreichische als auch die russische Staatsbürgerschaft besitzt, steht seit Jahren in der Kritik. Wiederholt gab es Vorwürfe wegen ihrer angeblichen Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin, darunter eine Geburtstagsfeier im Moskauer Kreml. Ihre Vertreter betonen jedoch, sie habe den Krieg gegen die Ukraine verurteilt. Auch Intendantin Elisabeth Sobotka bestätigte, Netrebko sei seit dem russischen Angriff nicht mehr in ihr Heimatland zurückgekehrt und habe sich öffentlich von Russland distanziert.

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Mit dieser Vorstellung kehrt Netrebko nach mehreren Jahren an die Staatsoper zurück. Ihre früheren Auftritte in Berlin – etwa in Nabucco im März 2026 – zogen ebenfalls Proteste vor dem Haus nach sich, während die Vorstellungen ausverkauft waren und mit stehenden Ovationen bedacht wurden. Dieser Kontrast zwischen öffentlichem Widerstand und künstlerischer Anerkennung prägt weiterhin ihre Rezeption in Deutschland.

Die Premiere von Un ballo in maschera unterstrich einmal mehr die Debatte um Netrebkos Präsenz auf deutschen Bühnen. Trotz der Proteste fand ihre Darstellung bei vielen Zuschauern Anerkennung, während die gewagte Regie zu geteilten Reaktionen führte. Mit dieser Produktion, die bereits jetzt zum Kristallisationspunkt künstlerischer und politischer Diskussionen geworden ist, setzt die Staatsoper ihr Weihnachtsprogramm fort.

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